ONI WYTARS

ONI WYTARS

CANTAR D’AMORE: Die schönsten Liebeslieder des Alten Italien

Seit Menschen sich verlieben, preisen sie Amore – die Liebe selbst – und die Geliebten in Wort und Musik. Autoren dieser Liebeslieder waren Könige, fahrende Sänger, verarmte Dichter und zahllose andere, von denen uns keine Spur erhalten blieb.

Um 1500, als man begann, Musik zu drucken und die Notenblätter in den Straßen und Gassen der europäischen Städte zu verkaufen, entwickelte sich schnell ein heute fast unvorstellbarer Hunger der Menschen nach Musik, die sie zu Hause oder innerhalb der zahlreichen neu entstandenen musikalischen Gesellschaften vortragen konnten. Um diesen Hunger – nicht ohne guten Geschäftssinn – zu stillen, schrieben berühmte Komponisten in großer Zahl Lieder, die einfach und eingängig waren und die vor allem von einem sprachen: Amore.

So entstanden erstmals Liederbücher für jedermann mit Frottole, Canzonen, Ballate, Barzellette, Villanellen und Madrigalen. 1537 gab der in Venedig ansässige deutsche Buchdrucker Joannes de Colonia die erste gedruckte Sammlung von Villanellen heraus. Sie enthält 15 sogenannte »Canzone villanesche« (ländliche Lieder) verschiedener Autoren, die sich einer großen Beliebtheit erfreuten. Die Kunst eines Interpreten solcher Lieder bestand darin, sie mit einer solchen Überzeugung, Leichtigkeit, Kunstfertigkeit und zugleich ergreifender Einfachheit vorzutragen, dass sie praktisch zu seinem »Eigentum« wurden. Dieser Stil galt als perfekte »Wiedergeburt« der Dichtung der klassischen Antike, bei deren Vortrag es darum ging, die oftmals dramatischen Inhalte zu transportieren.

Diese Art zu singen ist noch heute in der mündlich überlieferten Tradition des Mittelmeerraumes verbreitet und man muss man nicht lange nach ihren Spuren suchen: Melismatischer Gesang, rhythmische und harmonische Modelle der Renaissance und sogar einige Musikinstrumente sind seitdem ununterbrochen in Gebrauch und fester Bestandteil der Volksmusik.

Das Ensemble Oni Wytars macht sich in »Cantar d’Amore« gemeinsam mit der römischen Sängerin Gabriella Aiello diese zeitlose Poesie zu eigen und interpretiert sie auf seine ganz eigene Weise

 

Gabriella Aiello – Gesang, Kastagnetten

Peter Rabanser – Gesang, Chalumeau, Renaissancegitarre, Dudelsack

Riccardo Delfino – Harfe, Gesang

Marco Ambrosini – Schlüsselfidel, Mandoline, Maultrommel

Michael Posch – Blockflöten

Katharina Dustmann – Perkussion

 

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